Neues aus der Offshore-Welt

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Im Oktober 2016 besuchte der Geldwäscheexperte und Ex-Goldman Sachs Banker Andreas Frank das Insel- und Geldwäscheparadies Bahamas, um einen Blick hinter die Kulissen der Offshore-Welten zu wagen. Herr Frank hat seinen Erfarhungsbericht exklusiv mit uns geteilt. Klicken Sie hier um diesen herunterzuladen. Sie finden ihn auch weiter unten auf dieser Seite zum Durchblättern. Herr Frank hat uns ebenfalls eine Infografik zur Verfügung gestellt, die die im Bericht beschriebenen Prozesse veranschaulicht. Sie finden diese hier und weiter unten im Text.

Hier noch ein paar einleitende Worte von Herrn Frank zu dem Bericht:

“Die neue Qualität der Nutzung von Offshore Gesellschaften besteht darin, dass diese Offshore Gesellschaften von internationalen Banken mit der Absicht gegründet werden, diese auch Dritten zur Verschleierung von Finanztransaktionen und deren wirtschaftlich Berechtigten zur Verfügung zu stellen. Die Banken leisten nicht „nur“ Beihilfe zur Steuerhinterziehung und Geldwäsche. Diese Banken initiieren und unterstützen aktiv und weltweit die kriminellen Aktivitäten ihrer Kunden.

In dem konkreten Fall hat die Bank in den Bahamas eine International Business Company (IBC) gegründet. Die Direktoren der IBC waren Direktoren einer Schweizer Bank in Genf, Mutter der Bank in den Bahamas.

Die Bahamas Bank war registered agent .d.h. der offiziell Bevollmächtigte der IBC. Nur dem registered agent sind die wirtschaftlich Berechtigten der IBC bekannt. Alle Dokumente der Gesellschaft werden vom registered agent verwaltet. Alle Kommunikation mit dem Handelsregister (Registrar General’s Departement) wird vom registered agent getätigt. Manipulierte Dokumente des registered agent werden ungeprüft vom dem Handesregister übernommen – auch rückwirkend. Dem Handelsregister liegen nicht einmal Unterschriften der Direktoren vor, was wegen möglicher falscher Identitäten Betrug Tür und Tor öffnet (Siehe Beilage).

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Die IBC hat keine Angestellten, Büroräume, Telefon, Briefkasten oder Email. Die IBC verfügt über keine Einrichtungen um selbstständig Geschäften nachzugehen. Die IBC benötigt keine Buchhaltung und keinen Jahresabschluss. Die Gesellschaft wird nicht geprüft. Eine IBC zahlt keine Steuern. Bei einem nominalen Kapital von unter $ 50’000 ist jährlich lediglich eine Abgabe (government fee) in Höhe von $ 350 fällig. Als IBC benötigt die Gesellschaft kein Kapital, $ 100 (Fall Kroes) reichen.

Nach den Gesetzen der Bahamas können IBCs nur eingeschränkt tätig werden. Geschäftstätigkeiten mit Einwohnern der Bahamas, Eigentum an Immobilien in den Bahamas, das Betreiben von Bank- oder Vermögensverwaltungsgeschäften (carry on banking business, or trust business), das Betreiben von Versicherungs- oder Rückversicherungsgeschäften, sowie das Anbieten und Betreiben von Geschäftssitzen für Gesellschaften sind generell verboten.

Im konkreten Fall wurde der IBC unter Kontrolle der Schweizer Bank von einem Dritten, einem Schweizer Vermögensverwalter in Genf, Anweisung gegeben Millionen Euros an einen Schweizer Treuhänder zu überweisen. Gemäß Anweisung transferierte die Schweizer Bank die Millionen Euro auf das Konto eines Treuhänders in Zug. Der Schweizer Treuhänder überwies dann die Millionen Euro über eine deutsche Bank an eine GmbH in Köln.”